Grass Galerie Digital

Grass & Celan

Die Reize eines modernen Museums in großen Räumen oder auch kleinen Nischen zu entdecken, ohne auch nur einen Fuß über die Türschwelle setzen zu müssen; das macht jetzt das Medienarchiv Günter Grass Stiftung Bremen möglich. Die neue Grass Galerie Digital ist eine dreidimensionale Konstruktion, die viele interessante Interaktionen erlaubt. Eine Gang durch die virtuelle Museumswelt lohnt sich auf besonderer Weise.

Die erste digitale Ausstellung beschäftigt sich mit der innigen, aber komplizierten Freundschaft zwischen dem Lyriker Paul Celan und dem Schriftsteller Günter Grass. Beide lernten sich 1956 in Paris kennen, als Celan dort bereits lebte und Grass dort mit seiner Frau Anna eine Zwei-Zimmer-Wohnung bezog. Celan schätzte und verehrte die jüngeren Grass, der sich wiederum von der Sprachkraft Celans inspirieren ließ – gerne bei einem Glas Calvados. „Ich halte es für eine Bereicherung“, sollte Grass später sagen, „wenn die nachwachsende Generation ein Gedicht von Paul Celan auswendig sagen könnte.“

Anlass der Ausstellung ist der Geburtstag von Paul Celan, der sich 2020 zum 100. Mal jährt.

 

 

AUSSTELLUNG

Grass & Celan

Die Grass Galerie Digital können Sie über virtualum digital betreten.
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Corona 1952

Übrigens hat Paul Celan 1952 ein Gedicht mit dem Titel „Corona“ veröffentlicht. Dabei handelt es sich nicht um eine pandemische Vorsehung, sondern wohl eher um den Blick in den Sternenhimmel. Der Autor Hans Christoph Buch schrieb dazu in der „Welt“: „Petris Fremdwörterbuch von 1889 vermerkt zum Stichwort Corona: Krone, Kranz, Tonsur, Mannschaft, Sippschaft, syphilitischer Ausschlag. Keine dieser Bedeutungen passt zu Celans Gedicht, wohl aber der Hinweis auf die von Perseus verlassene Ariadne, die ihm mit ihrem Wollknäuel zur Flucht aus dem Labyrinth verhalf. Der Weingott Dionysos verliebte sich in Ariadne und versetzte sie nach ihrem Tod an den Nachthimmel, ins Sternbild der Corona.“ Ein metaphorisches Bild für die wechselvolle Beziehung Celans zur Dichterin Ingeborg Bachmann? Hans Christoph Buch vermerkte, dass er den Hinweis auf das Sternbild der Ariadne Anna Grass, der ersten Ehefrau von Günter Grass, verdanke. Das Gedicht „Corona“ ist ebenso wie die „Todesfuge“ im Band „Mohn und Gedächtnis“ enthalten, für den Celan 1958 mit dem Bremer Literaturpreis ausgezeichnet wurde.

Die Ausstellung „Ich bin nicht unversöhnlich, Günter“ folgt den Celan-Grass-Spuren in Paris, in Bremen und im Politikbetrieb der jungen 60er Jahre. „Ich halte es für eine Bereicherung“, sollte Günter Grass später sagen, „wenn die nachwachsende Generation ein Gedicht von Paul Celan auswendig sagen könnte.“ Anlass der Ausstellung ist der Geburtstag von Paul Celan, der sich 2020 zum 100. Mal jährt.

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Die Ausstellung öffnen Sie kostenlos über virtualum Desktop – Eintritt frei!

Günter Grass über den Lyriker Paul Celan

Und er sah dort etwas entstehen, was ihn interessierte, was er auch als Wurf ansah. Und das war sicher auch ein Grund, warum er immer wieder etwas hören wollte, wie die Arbeit voranschreitet, auch was vorgelesen haben wollte. … Epische Prosa schreiben hat lange Durststrecken in sich, da braucht man den Zuspruch eines Freundes, eines kundigen Freundes. Und Celan war so einer.

ANBIETER

Medienarchiv Günter Grass Stiftung Bremen

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